Was passiert, wenn Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Schaumaplast Standorten drei Tage lang an einem Tisch sitzen? Es wird diskutiert, Wissen geteilt, an Projekten gearbeitet und ziemlich viel gelacht. Unser Vertriebstreffen in Reilingen zeigte einmal mehr: Gute Zusammenarbeit entsteht nicht nur in Meetings. Sie entsteht vor allem im persönlichen Austausch.
Austausch, Wissen & neue Perspektiven
Für drei Tage wurde unser Standort in Reilingen zum Treffpunkt für Kolleginnen und Kollegen aus vier Schaumaplast Standorten. Auf der Agenda standen aktuelle Kundenprojekte, Erfahrungen aus unterschiedlichen Märkten, neue Impulse sowie der Austausch zwischen Vertrieb und Marketing.
Dabei ging es nicht darum, drei Tage lang Präsentationen nacheinander abzuspielen. Viel wichtiger waren die Gespräche dazwischen: Welche Erfahrungen haben andere Standorte mit bestimmten Anwendungen gemacht? Welche Lösungen haben sich bewährt? Wo können wir voneinander lernen? Und wie können wir Wissen noch besser standortübergreifend verfügbar machen?
Gerade in einem technisch geprägten B2B-Umfeld ist dieser Austausch wichtig. Denn Kunden kommen selten mit einer einfachen Anfrage nach „einem Formteil aus EPS“. Sie kommen mit Anforderungen. Ein Bauteil soll besonders leicht sein. Eine Verpackung muss empfindliche Produkte schützen. Eine thermische Anwendung benötigt eine definierte Dämmleistung. Eine Konstruktion soll wirtschaftlicher werden oder eine bestehende Lösung ersetzen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb oft nicht: Welchen Werkstoff können wir anbieten? Sondern: Welcher Werkstoff, welche Geometrie und welche Konstruktion passen zur konkreten Anwendung?
Genau dafür braucht es Erfahrung. Und Erfahrung wird wertvoller, wenn sie geteilt wird.
Vom Besprechungsraum direkt zum Ursprung unserer Werkstoffe
Ein besonderes Highlight unseres Vertriebstreffens führte uns nach Ludwigshafen zur BASF. Dort wechselte die Perspektive. Weg vom fertigen Formteil und hin zu dem Rohstoff, aus dem später unterschiedlichste Lösungen entstehen. Nach einer Fahrt über das weitläufige BASF-Werksgelände erhielten wir Einblicke in die Produktion von EPS Styropor® und Neopor®.
Für ein Team, das tagtäglich über Partikelschäume, Bauteile, Verpackungen und technische Anwendungen spricht, war das etwas Besonderes. Denn es ist ein Unterschied, ob man einen Werkstoff aus Datenblättern, Projekten und der eigenen Verarbeitung kennt oder ob man dort steht, wo seine Geschichte und seine industrielle Herstellung beginnen.

Ein Werkstoff, der zu rund 98 Prozent aus Luft besteht
Die Geschichte von Styropor® begann bereits 1949 mit einem Versuch des BASF-Wissenschaftler Dr.-Ing. Fritz Stastny. 1951 registrierte BASF Styropor® als Marke und begann mit der Produktion. Eine Eigenschaft klingt auch mehr als 75 Jahre später noch bemerkenswert:
Styropor® besteht zu rund 98 Prozent aus Luft.
Genau dieses Prinzip macht den Werkstoff für zahlreiche Anwendungen interessant. Sehr wenig Material umschließt sehr viel Luft in einer feinen Zellstruktur. Dadurch verbindet EPS-Schaum ein niedriges Gewicht mit guten isolierenden und schützenden Eigenschaften.
Bei Schaumaplast entstehen aus EPS heute unter anderem technische Formteile, Schutzverpackungen, Ladungsträger, Bauteile für Automotive-Anwendungen, Lösungen für die Bauindustrie sowie Thermoverpackungen. Aus kleinen EPS-Perlen können mithilfe von Wasserdampf dreidimensionale Formteile mit anwendungsspezifischen Geometrien entstehen. Die spätere Funktion wird dabei nicht allein vom Rohstoff bestimmt. Auch Bauteilgeometrie, Materialdichte, Wandstärken und die konstruktive Auslegung spielen eine entscheidende Rolle. Genau hier beginnt die technische Beratung.
Und warum ist Neopor® eigentlich grau?
Auch diese Frage begegnet uns immer wieder.
Neopor® ist ebenfalls expandierbares Polystyrol. Der entscheidende Unterschied liegt in den enthaltenen Graphitpartikeln. Sie verleihen dem Material nicht nur seine charakteristische graue Farbe, sondern beeinflussen auch seine thermischen Eigenschaften.
Das enthaltene Graphit kann Wärmestrahlung absorbieren beziehungsweise reflektieren und dadurch die Dämmleistung gegenüber konventionellem weißem EPS verbessern. Deshalb kommt Neopor® insbesondere dort zum Einsatz, wo eine erhöhte thermische Performance gefragt ist. Beispielsweise bei Dämm- und Isolationslösungen oder in thermisch anspruchsvollen Verpackungsanwendungen.
Wer versteht, warum ein Material bestimmte Eigenschaften besitzt, kann Anforderungen gezielter hinterfragen, Werkstoffe fundierter vergleichen und gemeinsam mit Entwicklung und Produktion schneller zu einer passenden Lösung gelangen.
Technischer Vertrieb beginnt beim Verstehen
Der Besuch bei BASF hat deshalb genau zu unserem Vertriebstreffen gepasst. Gute technische Beratung entsteht nicht allein durch Produktkenntnis. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von Werkstoffwissen, Anwendungserfahrung, Fertigungsverständnis und dem Wissen darüber, welche Lösungen an anderen Standorten bereits erfolgreich umgesetzt wurden.
Ein Projekt aus Lüchow kann einen Gedanken für Reilingen auslösen. Eine Erfahrung aus einem anderen Standort kann bei einer neuen Kundenanforderung entscheidend weiterhelfen. Und Marketing kann technische Lösungen verständlich nach außen tragen, wenn der Austausch mit Vertrieb, Entwicklung und Produktion funktioniert. Standortübergreifende Zusammenarbeit bedeutet für uns deshalb nicht, dass überall das Gleiche gemacht wird. Sie bedeutet, unterschiedliche Erfahrungen miteinander zu verbinden.
Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen
Ein herzliches Dankeschön geht an Katrin Wetzel von BASF, die uns die besondere Tour durch Ludwigshafen und die Einblicke rund um EPS Styropor® und Neopor® ermöglicht hat. Für unser Team war der Besuch nicht nur fachlich spannend, sondern auch ein Erlebnis, das im Gedächtnis bleiben wird.
Und trotzdem waren es nicht ausschließlich die Werksführung, die Schulungen oder die Projektgespräche, die diese drei Tage besonders gemacht haben.
Wenn die Laptops zugeklappt werden
Am Abend änderte sich die Atmosphäre. Die Laptops waren geschlossen, die Präsentationen beendet und beim gemeinsamen Essen ging es plötzlich nicht mehr nur um Projekte, Kunden oder Werkstoffe. Man lernte die Menschen hinter den anderen Standorten besser kennen. Es wurde erzählt, diskutiert und vor allem viel gelacht. Und genau diese Momente haben einen ganz praktischen Wert für die tägliche Zusammenarbeit.
Wer sich persönlich kennt, greift beim nächsten Projekt schneller zum Telefon. Wer weiß, welche Erfahrungen Kolleginnen und Kollegen mitbringen, fragt gezielter nach. Und wer schon einmal gemeinsam am Tisch saß und gelacht hat, tauscht sich oft unkomplizierter aus. So wurden aus drei Tagen Vertriebstreffen nicht nur viele neue Informationen und Ideen mitgenommen.
Auch die Wege zwischen unseren Standorten sind wieder ein kleines Stück kürzer geworden. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser drei Tage: Wissen verbindet. Persönlicher Austausch erst recht.

